Über Kumpel und Kohle: Die Verbindung des FC Schalke zum Bergbau

von Maria Munck

Qualmende Schornsteine, mit Asche und Ruß verschmierte Gesichter, Migrant*innen und Kohle – all das sind Bilder, die im Ruhrgebiet mit der Montanindustrie assoziiert werden. Trotz des starken Rückgangs und der Schließung der letzten Zechen im Ruhrgebiet im Jahr 2018[1] sind sowohl die Menschen, als auch die Landschaft noch immer geprägt von der einst allgegenwärtigen Industrie – der Bergbau wurde zu einem wichtigen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses[2] der Region. Auch Fußball und das Ruhrgebiet sind zwei Dinge, die nicht voneinander zu trennen sind. Christoph Treves schreibt in einem Beitrag über Fußball im Ruhrgebiet für Planet Wissen der ARD:

„Wohl nirgendwo in Deutschland spielt Fußball eine so große Rolle wie im Ruhrgebiet – (…). 
In der Region an Ruhr und Emscher gibt es deutschlandweit die meisten Zuschauer, die meisten aktiven Spieler sowie die größte Dichte an Vereinen, Plätzen und Stadien. Ob Bolzen auf dem Ascheplatz oder Triumphe der Schwarzgelben und Königsblauen: Fußball trug und trägt im Ruhrgebiet zur regionalen Identität und Kultur bei.“[3]

Verständlich, dass der Bergbau auch viele Fußballvereine geprägt hat. Der FC Schalke 04 soll in diesem Fall als Beispiel dienen: eben der Verein, der einst von jungen Arbeitern aus dem Stadtteil Schalke als „Westfalia Schalke“ gegründet wurde, und seine Wurzeln in der Arbeiterklasse der Anfänge des 20. Jahrhunderts hat, sprich, bei Bergleuten. Auch der Historiker Christoph Marx setzte sich anlässlich des 100-jährigen Bestehens mit der Geschichte des Vereins auseinander und schreibt im Stern im Jahr 2004:

„Die Zuschauer litten und feierten mit der Mannschaft wie nirgendwo anders in Deutschland. Fans und Team kamen aus derselben Lebenswirklichkeit. Der Bergbau war das einigende Band. ‚Die 1. Mannschaft ist restlos aus Schalke, kein Spieler wohnt weiter als 30 Pfennig mit der Straßenbahn entfernt. Wir sind fast restlos aus der Jugendmannschaft hervorgegangen.‘ (Kuzorra). Die 1927 errichtete Sportstätte wurde nach dem Gruß der Bergleute „Glückauf-Kampfbahn benannt. Der Mythos der „Knappen“ war geboren.“[4]

Der FC Schalke 04 und der Bergbau

Obwohl heutzutage kein Bergmann mehr beim FC Schalke 04 auf dem Platz steht und längst auf nationaler und internationaler Ebene bei den „Großen“ mitgespielt wird, gilt der Verein als der „Malocherclub“ aus dem Pott, identifiziert sich noch heute mit dem Bergbau und große Teile des Marketings und des Merchandise beziehen sich noch immer auf die Anfänge des Vereins. Im Folgenden wird der Frage auf den Grund gegangen, welche Symboliken sich dahinter verbergen, weshalb diese noch immer funktionieren und welche Bedeutungen sie vermitteln.

Begonnen wird bei der offiziellen Website; diese schmückte im Dezember ein Banner: Der Verein wird hier als „Kumpel und Malocher Club“ betitelt, im Logo finden sich Schlägel und Eisen als klassische Symbole des Bergbaus wieder[5] und den Hintergrund zieren ein Förderturm und rauchende Schornsteine.

Ein erstes, offensichtliches Zeichen. Auf welchen weiteren Ebenen findet jedoch außerdem eine Identifizierung des Erstligisten mit der montanindustriellen Vergangenheit – und gegebenenfalls Gegenwart – statt?

Identifizierung mit der Vergangenheit auf verschiedenen Ebenen: Der Abschied vom Bergbau „Auf Schalke“

Auf besondere Weise wurde die Erinnerung an die Bergarbeiter-Vergangenheit am 19.12.2018 gelebt: Der Verein und die RAG[6] luden zum Bundesligaspiel gegen Leverkusen 2000 Bergleute in die Arena ein. Der Zeitpunkt ist mit Bedacht gewählt: zwei Tage später schloss mit Prosper Haniel in Bottrop die letzte Zeche im Revier.[7] Das Spiel war kein normales Erstligaspiel:

Bereits vor dem Stadion sieht man viele Fans, die in ihrer Arbeitskleidung in Richtung Stadion pilgern, einige von ihnen sind explizit eingeladene, ehemalige Bergarbeiter. Aber auch viele der „normalen“ Fans scheinen sich für den „Abschied vom Bergbau“ gekleidet zu haben: Auf vielen Rücken steht in Großbuchstaben „Danke Schalke!“, begleitet wird ihr Marsch von Bergbau-Gesängen, nicht wenige tragen Grubenlichter mit sich. Die Atmosphäre wirkt, als pilgerten die Fans zu einem Tempel. Die Luft scheint noch geladener zu sein als vor normalen Bundesligapartien; trotz der Spannung spürt man aber auch Andacht. Vor Spielbeginn werden Reden gehalten, es sprechen der RAG-Vorstandsvorsitzende Peter Schrimpf und Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. In ihren Reden erinnern sie an die Bergbau-Vergangenheit. Die gegnerischen Fans pfeifen die Fans des FC Schalke zwar kurz aus, zeigen sich aber angesichts des historischen Ereignisses und der versammelten Menschen im restlichen Verlauf respektvoll. Tönnies bekommt im Anschluss an die Reden feierlich das letzte Grubenlicht von Schrimpf überreicht. Danach stimmt der extra für diesen Anlass angereiste Bergbauchor[8] das Steigerlied an. Die Singenden haben sich auf dem Spielfeld versammelt und als sie die ersten Töne anstimmen, breitet sich zunächst eine ehrfürchtige Stille im Stadion aus. Da dieses Lied jedoch vor jedem Heimspiel des FC Schalke gesungen wird, ist es den Fans wohlvertraut, und kurzerhand stimmt das ganze Publikum ein und singt inbrünstig mit. Typisch für Vereine aus Bergbauregionen: Auch bei Spielen des FC Erzgebirge Aue, des 1. FC Saarbrücken und Rot-Weiß Essen ist das Singen des Steigerlieds Bestandteil der Einstimmung auf das bevorstehende Spiel. Heute sind es in der Arena auf Schalke 60.000 Stimmen, die ertönen. Die Arena ist abgedunkelt und wird durch Feuerzeuge, Handylichter, Grubenlampen und eine brennende Lore erhellt. Gänsehaut. Ein Funken sprühendes Feuerwerk wird auf der Mitte des Spielfeldes entfacht, es formt Schlägel und Eisen, und hält das gesamte Lied lang an. Die Nordkurve, einer der intensivsten Fanblocks des Vereins, hat eine Performance vorbereitet. Tausende Fans halten Fahnen mit Schlägel-und-Eisen-Symbolen in der Hand, ein Fahnenmeer entsteht. Weitere Fans ziehen bunte, illustrierte Banner aus Stoff über die ganze Breite der Tribüne. Diese zeigen eine Lore, die ein Förderband entlang fährt, unter ihr symbolisieren viele weitere Fahnen orange-rote Glut. Am Ende des Förderbandes sind mehrere Stofffiguren abgebildet: ein Bergmann, der sich in mehreren Schritten seiner Arbeitskleidung entledigt und in Trikot und Hose von Schalke steigt. Eine Referenz zum Motto des Vereins „Auf Kohle geboren – ein Club von Kumpeln und Malochern“. Auf dem Videowürfel laufen Videos, die Bergmänner während der Arbeit zeigen, allerdings auch verschiedene Mannschaften des Vereins, die Zechen besuchen. Als die Spieler das Feld betreten, bedanken sie sich zunächst für die gelungene Show und auch nach dem Anpfiff bleibt das Motto des Abends omnipräsent: „Zu Ehren unserer Kumpel und Malocher“ ist auf dem Videowürfel zu lesen, auf der Videobande werden abwechselnd Zechennamen und „Kumpel und Malocher Club“ abgebildet. Im Voraus erhielten die Veranstalter für das Event eine Sondergenehmigung, denn die Spieler tragen Trikots, auf denen anstelle des Sponsors die Namen ehemaliger Zechen aufgedruckt sind.

Das Band der Vergangenheit zieht sich jedoch nicht nur durch Veranstaltungen wie die Verabschiedung vom Bergbau. Auch auf anderen Ebenen des Vereinslebens finden sich immer wieder Rückbesinnungen auf die Anfänge des Vereins. Seien es der Social-Media-Auftritt, das Merchandise, die neuen Trikots oder die Fanhymnen, die angestimmt werden: Immer wieder ist der Bergbau Thema.

Instagram

Wirft man zum Beispiel einen genaueren Blick auf den Instagram-Auftritt des Vereins, fallen direkt mehrere Dinge auf: Es tauchen wiederholt Symbole des Bergbaus auf, wie zum Beispiel der Emoji von Schlägel und Eisen, der nach der Ankündigung des nächsten Spiels verwendet wird. Außerdem wird der Hashtag #Steigerlied verwendet, der ebenfalls den Bergbau direkt thematisiert.

Manchmal sind allerdings auch die Kommentare einschlägig: Oft kommentieren Fans „Glück auf!“, einen Bergmannsgruß, der vor Schalker Spielen als Motivation und als Wunsch von Erfolg gesagt wird.

Die erwähnten Symbole und Kommentare dienen lediglich als Exempel für die sprachliche und symbolische Referenz zur Montanindustrie im Instagram-Auftritts des Vereins. Während der Online-Ethnografie ließen sich viele Posts in dem Profil finden, die ähnlich oder gleich aufgebaut waren. Gerade das Schlägel-und-Eisen-Symbol findet sich unter unzähligen Posts des Vereins.

Abbildung 1: Screenshot von Instagram. Eigene Aufnahme.

Jedoch bezieht sich nicht nur der Verein in seinem Online-Auftritt auf die Verbundenheit der Montanindustrie und der Königsblauen. Auch (ehemalige) Spieler nehmen Bezug; beispielsweise Benedikt Höwedes und Benjamin Stambouli.

Stambouli postet vor dem Spiel ein Bild von sich selbst im Schalker Trikot und versieht die Beschreibung „always good to play at home“ mit dem Schlägel-und-Eisen-Symbol. Auch Höwedes, der zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr beim FC Schalke spielt, postet anlässlich des Abschieds vom Bergbau ein Bild von sich mit Grubenhelm und rußverschmiertem Gesicht und kommentiert dies mit den Worten „Die Kohle geht. #Kumpelbleiben für immer.“

Marketing

Neben der Social-Media-Präsenz zeigt auch das Marketing die enge Verbindung zum Bergbau: Umbro als Hersteller des Trikots der Saison 2018/2019 verwendete Eisen und Schlägel als Symbol. Die Trikots hatten im Hintergrund die Werkzeuge in den Stoff eingenäht[9] Auch die Light it up“-Werbekampagne des Unternehmens zur Trikotvorstellung[10] schlägt eine klare Richtung ein: Im Video laufen Menschen unterschiedlichen Alters in der Dunkelheit zum Stadion und tragen diverse Lichtquellen mit sich – unter anderem auch Grubenlichter – im Hintergrund wird währenddessen das Steigerlied von mehreren Stimmen gesungen. Im Stadion treffen die Menschen aufeinander und die Mannschaft läuft in ihren neuen Trikots durch den als Stollen gestalteten Spielertunnel in das Stadion ein, während die Zuschauer*innen ebenfalls das Steigerlied singen.

Auch die Merchandise-Abteilung greift immer wieder Symbole oder Schlagworte des Bergbaus auf. So gibt es beispielsweise eine „Bergbau-Kollektion“[11], sowie anlässlich des Events am 19.12. eine „Kumpel und Malocher Kollektion[12]. Abgebildet sind, wie auf den erwähnten Trikots, ehemalige Zechennamen sowie das Schlägel-und-Eisen-Symbol.

Repräsentationsmuster und Symbolik

Im Anschluss an diese Betrachtung kommen mehrere Fragen auf: Warum funktionieren viele der Symbole noch heute? Warum lassen sich gerade Fußball und Arbeitersymbolik so gut miteinander verknüpfen? Woher wird sich das Recht genommen, ein 90-minütiges Fußballspiel gut bezahlter Profis mit der harten, körperlichen Arbeit unter Tage zu vergleichen? Was ist mit den Frauen im Stadion? Tauchen die in diesen Repräsentationen irgendwo auf?

Zunächst zur Verbindung von Fußball und der Arbeiterschaft: Während Sportarten wie Golfspielen, Reiten oder Tennis den wohlhabenderen Teilen der Gesellschaft zugeschrieben werden, ist Fußball ein für jede*n zugänglicher Sport. Es braucht kein Pferd, keinen Tennis- oder Golfplatz, keine teure und aufwändige Ausrüstung. Alles, was es braucht, sind ein Ball und im Notfall vier Jacken oder Rucksäcke, die die Torpfosten markieren.

Zwar befindet sich das Publikum bei Fußballspielen in einem stetigen Wandlungsprozess und immer mehr der Zuschauer*innen haben einen höheren Bildungsabschluss; dennoch wird, vor allem im Ruhrgebiet, Fußball immer noch mit dem „Sport des kleinen Mannes“ gleichgesetzt.[13] Die treuen Anhänger*innen der Vereine im Ruhrgebiet verhöhnen die „Erfolgsfans“ des FC Bayern München; eben der Mannschaft, die sich das beste Team der Liga zusammenkauft. Viele der Spieler des FC Schalke stammen aus der eigenen Jugendabteilung und rutschen nach und nach in den Kader der Profimannschaften. Dieser Zusammenhalt, diese Zusammengehörigkeit und diese Loyalität gelten als Charakteristika des Vereins. Manuel Neuer, der ebenfalls aus der vereinseigenen „Knappenschmiede“ stammte, wurde bei seinem Wechsel zum FC Bayern München von den Fans als „Judas“[14] betitelt – er „verriet“ seine Wurzeln, seinen Verein. Loyalität und Zusammenhalt seitens der Fans können in diesem Fall schnell in Verachtung und Ablehnung umschlagen.

Hier lässt sich einfach eine Verbindung zur Arbeitersymbolik herausarbeiten und ansatzweise die Frage beantworten, weshalb der FC Schalke es schafft, die harte Arbeit unter Tage mit einem 90-minütigen Fußballspiel zu vergleichen. Man stelle sich hierzu elf Bergmänner vor, die täglich zeitgleich zur Schicht müssen. Sie fahren gemeinsam in den Stollen, verlieren eines Tages einen ihrer Kollegen bei einem Unglück – aber erscheinen dennoch jeden Tag wieder zur Arbeit. Ein halbes Jahr später entscheidet sich einer der Männer dazu, für eine andere Zeche zu arbeiten, da er dort mehr Geld gezahlt bekommt. Seine Kollegen fühlen sich verraten: Sie waren doch eine gute Truppe, ein eingespieltes Team! Auch wenn die Arbeit hart und dieses Jahr aufgrund des Verlustes des Kollegen nicht einfach war, hatten sie alle die Zähne aufeinander gebissen und weitergemacht. Sie verstanden ihren Kollegen nicht und waren bitter enttäuscht.

Ähnlich kann es innerhalb eines Fußballteams ablaufen: Durch die Verletzung des Spielmachers spielt das Team keine gute Saison, gibt aber dennoch sein Bestes und hält zusammen. Bis eines Tages einer der Spieler verkündet, den Verein zu wechseln. Das Vertrauen ist weg und der Zusammenhalt bröselt: Sowohl das Team als auch die Fans sind enttäuscht. Denn nicht nur das Team hält in guten und in schlechten Zeiten zusammen, sondern auch die Fans zu ihrer Mannschaft. Diesen Zusammenhalt versucht der FC Schalke beispielsweise über die Symbolik des „Kumpels und Malochers“ zu vermitteln. Wird dieses Bild vom traditionellen Fan des FC Schalke nach Hall kulturell „decodiert“[15], folgt er der dominanten Lesart: Schalker Kumpel und Malocher halten zusammen, wie einst Bergarbeiter. Diesem Motto folgt der Verein, denn er wurde schließlich von eben diesen gegründet und somit erlangt die geschaffene Verbindung ihre Berechtigung.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass noch immer viele der Fans ehemalige Bergarbeiter sind. Während des Spiels sitzt einer von ihnen neben uns und beschwert sich darüber, dass das letzte Stück Kohle, das in den kommenden Tagen gefördert werden soll, von einem gecasteten Schauspieler aus dem Stollen getragen werden soll. Wo bleiben da die Authentizität und die Anerkennung schwerer Arbeit? Eben diese bekommen die ehemaligen Arbeiter noch immer vom Verein. Betrachtet ein Fan aus einer anderen Region – sagen wir aus Stuttgart – das „Spektakel“, interpretiert er*sie das Aufrechterhalten der bergmännischen Werte und die Verbindung von Fußball und Arbeiterschaft vielleicht lediglich als Marketingclou und bedient sich somit einer oppositionellen (sprich: der gegensätzlichen) Lesart.[16] Die Lesart der betrachtenden Person ist sowohl durch den sozialen Kontext geprägt als auch durch regional verankerte Bedeutungsrepertoires. Dies ist der Grund dafür, dass ein ehemaliger Bergmann aus Gelsenkirchen, der schon sein Leben lang die Spiele des FC Schalke besucht, anders auf die Symbolik (beispielsweise des besuchten Events) reagiert als ein 25-jähriger Stuttgarter, dessen Vater ein hohes Tier bei Daimler ist, der erstmalig bei einem Heimspiel des FC Schalke anwesend ist. Bei dieser gemeinsamen Praktik des Erinnerns spielt auch wieder das kollektive Gedächtnis der Region, das bereits in der Einleitung angesprochen wurde, eine Rolle.[17]

Nun implizieren die Felder Zusammenhalt, Arbeiterschaft, Fußball und Bergbau vor allem eins: Männer und Männlichkeit. Frauenfußball hat global noch immer eine weitaus weniger anerkannte Rolle als der Sport ihrer männlichen Kollegen. Der Großteil der Fans ist ebenfalls männlich und auch Bergarbeiter sind und waren Männer (aufgrund dessen in diesem Beitrag auch lediglich als maskuline Form verwandt). Die Frage nach der Frau in diesem Kontext ist demnach berechtigt. Eine detaillierte Aufarbeitung dieses Themas würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, es lässt sich jedoch sagen, dass der Anteil von Frauen in Stadien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen ist[18] und diese auch im vereinseigenen Marketing berücksichtigt werden. So sind beispielsweise in der Umbro-Kampagne viele Frauen zu sehen, die sich ebenfalls auf den Weg zum Stadion machen. Eine genauere Betrachtung der Rolle der Frau in diesem Kontext wäre ein interessanter Ansatz für eine weitere Ausarbeitung.

Der FC Schalke bleibt, zumindest nach außen, seinen Wurzeln treu: „Auf Kohle geboren“ sind auf Schalke geflügelte Worte und rufen die Gründung des Vereins durch die Schalker Arbeiterklasse des frühen 20. Jahrhunderts in Erinnerung. Der Verein galt über Jahrzehnte als „Kumpel-und-Malocher-Club“ und hält weiterhin an diesem fest verankerten Charakteristikum fest.


[1] Vock, Rita: Was ist der Kohle Ausstieg? Beitrag vom 07.12.2018. Online unter: http://www.bpb.de/politik/grundfragen/politik-einfach-fuer-alle/280003/was-ist-der-kohle-ausstieg (Stand: 01.07.2019) .
[2] Assmann, Jan: Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität. Frankfurt 1988, S. 9.
[3] Teves, Christoph: Fußball im Ruhrgebiet. Beitrag vom 13.06.2018. Online unter: https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/fussballgeschichte/pwiefussballimruhrgebiet100.html (Stand: 01.07.2019).
[4] Marx, Christoph: Eine kurze Geschichte von Schalke. Beitrag vom 24.05.2004. Online unter: https://www.stern.de/sport/fussball/100-jahre-koenigsblau-eine-kurze-geschichte-von-schalke-3070158.html (Stand: 01.07.2019).
[5] Treptow, Emil: Grundzüge der Bergbaukunde. O. O. 1925 [1892], S.143-144.
[6] Die RAG ist eine im Steinkohlebergbau tätige Aktiengesellschaft. Online unter: https://www.rag.de/ (Stand: 01.07.2019).
[7] Schulte, Stefan: Letzte Zeche im Ruhrgebiet schließt – Ende einer Epoche. Beitrag vom 21.12.2018. Online unter: https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article216063481/Letzte-Zeche-im-Ruhrgebiet-schliesst-Ende-einer-Epoche.html (Stand: 21.06.2019).
[8] Der Ruhrkohle-Chor. Online unter: https://www.ruhrkohle-chor.de/ (Stand: 01.07.2019).
[9] Schalkes neues Trikot enthält Bergbau Symbole. Beitrag vom 16.07.2018. Online unter: https://www.nrz.de/sport/fussball/s04/schalkes-neues-trikot-enthaelt-bergbau-symbole-id214853341.html (Stand: 06.06.2019).
[10] Umbro Werbevideo. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=VHUijLlGICA (Stand: 13.12.2018).
[11] Bergbau-Kollektion. Online unter: https://store.schalke04.de/fanartikel/herren/jacken-sweater/14311/kapuzen-sweat-schlaegel-eisen?c=97 (Stand: 13.12.2018).
[12] Kumpel-und-Malocher-Kollektion. Online unter: https://store.schalke04.de/fanartikel/kollektionen/kumpel-malocher/?p=1 (Stand: 13.12.2018).
[13] Ries, Harald: Der Mythos vom Fußball als Proletarier Sport. Beitrag vom 23.02.2017. Online unter: https://www.wp.de/region/sauer-und-siegerland/der-mythos-vom-proletarier-sport-id209699515.html (Stand: 04.07.2019).
[14] Neuer wird von Fans als Judas beschimpft. Beitrag vom 18.09.2011. Online unter: https://www.derwesten.de/incoming/neuer-wird-von-fans-als-judas-beschimpft-id5075828.html (Stand: 04.07.2019).
[15] Ritter, Christian: Postmigrantische Balkanbilder. Ästhetische Praxis und digitale Kommunikation im jugendkulturellen Alltag. Zürich 2018, S. 105 ff.
[16] Ebd.
[17] Assmann, Jan: Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität. Frankfurt 1988, S. 9.
[18] Ries, Harald: Fußball als Proletarier Sport.